Widerwillig unter die Brücke
„Widerwillig unter die Brücke“ ist ein bedeutendes Werk und ein hervorragendes Beispiel für die beginnende Spätschaffensphase des Künstlers. Es strahlt eine unfehlbare Dynamik in der Behandlung seines Themas aus. Mächtig und schwer bewegen sich die Kühe quer über die bewegte Leinwand, mühsam geführt von dem eher klein wirkenden Hütejungen. Heinrich von Zügel war Student der Malerei an der Stuttgarter Kunsthochschule und an der Münchner Akademie. Anton Braith war ein wichtiger Mentor des Studenten. H.v.Z. ließ sich nach dem Studium in Karlsruhe nieder. Er gewann Preise in München, Berlin, Paris und in Chicago. 1895 rief ihn die Akademie in München als Professor. Er war Mitbegründer der „Münchner Sezession“. Vorzugsweise malte er Tiere. Über 40Jahre widmete er sich dem Thema, „Schwere Arbeit“. Fasziniert von der Entwicklung fundamental neuer Stilrichtungen malte er die Darstellung eines pflügenden Ochsengespanns in 24 Versionen, in allen von ihm angewandten Kunststilen Von seinen einst einfühlsam, realistisch gemalten Bildern hin zu einem pastosen vehement aufgetragenen Pinselstrich , (der den Werken einen fast kubistischen Eindruck verleiht), beherrscht er wie nur die Großen seiner Zeit das Spiel mit Luft und Licht, Licht und Schatten, die Reflektion von Sonne und Wasser. Heinrich von Zügel gehört mit Lovis Corinth, Max Liebermann, Max Slevogt zu den bedeutendsten deutschen Impressionisten. Heinrich von Zügel 1850 – 1941 Murrhardt „Widerwillig unter die Brücke“ gemalt 1917 in Wörth Öl/Leinw., sign., 60x90cm Prov.: private Sammlung bis 1983, Verk. durch Sotherby’s London Lit.: Eugen Diem, Heinrich von Zügel, Recklinghausen 1975, No.501, katalogisiert und illustriert.
